Surfen und Wellenreiten in Marokko

  • Veröffentlicht am 22.05.2019 16:01
  • Von Arne Kolisch

Surfcamps, Surfschulen und Unterkünfte

Marokko wird auch liebevoll das Land der Rechten genannt, denn hier müssen die Goofyfooter unter euch an ihrer Backside arbeiten. Das Surferleben spielt sich hier hauptsächlich in den Dörfern Taghazout und Tamragh ab, was mit der hohen Dichte an Weltklasse-Wellen zusammenhängt. Natürlich ist Marokkos Surfer Welt etwas größer als die Region um den Anchor Point, jedoch gibt es, außer Safi für die barrelhungrigen Charger oder Immesouane für die Longboarder, wenige nennenswerte Wellen die dazu einladen direkt den Boardbag zu packen und Taghazout zu verlassen. Wir lassen trotzdem nichts aus und berichten im unteren Abschnitt etwas über diese Regionen. Der Hauptteil, der uns interessiert, spielt sich in der Mitte des Landes ab.

Die Anreise nach Marokko

Wer sich auf den Weg macht, setzt sich in der Regel in ein Flugzeug und landet in Agadir. In euren Vorbereitungen solltet ihr euch kurz überlegen, ob ihr euch ein Auto mietet. Ein Mietwagen ist interessant für Intermediates und Fortgeschrittene, denn so könnt ihr alle Spots der Gegend auschecken und seid unabhängig. Wer sich in eine Ferienwohnung oder ein Surf Camp direkt am Spot einbucht oder in ein Surf Camp mit Surf Shuttle geht, hat verschiedene Optionen vom Flughafen in die Stadt zu kommen. Keine Panik alle Camps bieten in der Regel einen Airport Shuttle an. Wer seine Reise alternativ gestalten will, kommt vom Flughafen aus bequem mit einem Taxi, das um die 30 € kostet, innerhalb von einer Stunde in das Surfmekka Taghazout. Es gibt auch Bustickets ab 10 € zu ergattern, dafür müsst ihr jedoch erst mal mit dem Taxi zur Busstation kommen, was das Ganze schon etwas umständlich gestaltet und ihr solltet nicht zu blauäugig in den Bus steigen. Die Reise dauert dann, einmal sitzend, circa doppelt so lange wie mit dem Taxi.

 

Viele Marokko-reisende entschieden sich auch nach Marrakesch zu fliegen, denn je nach Jahreszeit kann das günstiger sein als nach Agadir. In diesem Fall solltet ihr etwas mehr Zeit einplanen, um die Stadt und Kultur zu erkunden. Von Marrakesch zum nächsten Surf Spot zu gelangen, ist logistisch gesehen kein Problem, es fahren diverse Fernbusse von Unternehmen wie Subratours nach Agadir, die Fahrt dauert ca. 3–4 Stunden.

Kultur in Marokko

Wer sich noch nicht mit der Kultur auseinandergesetzt hat, sollte das unbedingt vor einer Reise tun und Ja, ihr benötigt einen gültigen Reisepass. Auch wenn Marokko zu den muslimisch liberalen Ländern gehört, findet ihr in Taghazout keinen Party-Urlaub. Das Abendprogramm findet hauptsächlich in den Camps statt, die euch mit allem versorgen, was ihr braucht. Wer nicht auf eine gute Party verzichten will, kann einen nächtlichen Ausflug nach Agadir unternehmen.

Die besten Jahreszeiten zum Surfen in Marokko

Ab in den Flieger heißt es für Marokkos Surfer vornehmlich im Winter, denn die bekannten Spots brauchen die großen Winters Swells um zu laufen und die gibt es zwischen Mitte Oktober und Mitte März. In dieser Zeit lässt uns Marokkos Mitte von perfekten Bedingungen träumen und das aus einem einfachen geografischen Grund: Die Gegend um Taghazout liegt hinter einem Kap und ist somit geschützt von den vorwiegend herrschenden Nordwinden. Dank des Kaps wird dieser Nordwind sogar in Offshore umgewandelt und lässt jedes Surferherz höher schlagen. Wer dem europäischen Winter entfliehen will, macht hier den perfekten Griff, denn Marokko lockt mit warmen, grünen Wellen und sonnigen Tagen. Jedoch aufgepasst, die Nächte werden, Dank des Wüstenklimas, recht frisch, also nicht den Pulli vergessen.

Surfen um Taghazout

In der Region um Taghazout reihen sich unzählige Surfspots wie an einer Kette, was diese Gegend so beliebt macht. Alle Spots sind leicht zugänglich mit dem Auto oder fußläufig von den Städten Taghazout und Tamragh erreichbar. Die Wellen brechen entweder auf flachen Riff oder Sand und wie immer gibt es je nach Spot für jeden etwas zu finden. Voll auf die Kosten kommen hier alle Intermediates, die ihre ersten Rifferfahrungen sammeln möchten und auch Anfänger sind perfekt aufgehoben in den unzähligen Surfcamps welche die besten Spots für euch ansteuern.

 

Einer der bekanntesten Spots ist Anchor Point, der eigentlich immer voll besetzt ist und das mit guten Surfern, auch bei schlechten Bedingungen. Ihr solltet euch jedoch nicht abschrecken lassen, denn dieser Spot ist perfekt für alle Intermediates die ihre Point Break Skills verbessern wollen. Killer Point liegt noch weiter im Norden und ist nur etwas für die Erfahrenen unter euch. Bei kleineren Wellen können sich aber auch die Intermediates und Anfänger in der Inside ausprobieren. In Sichtweite von sowohl Anchors, als auch Killers liegen die Spots La Source und Mysteries, welche unterschiedliche Bedingungen bieten. La Source bricht über Sand und formt je nach Swell Größe eine A-Frame, die für jedes Level etwas zu bieten hat. Die besten Bedingungen findet ihr hier tatsächlich bei weniger Swell und zu jeder Tide. Mysteries bietet euch ein Riff, das auch größere Wellen hält. Wer hier surft sollte die Low Tide aufgrund des exponierten Riffs meiden. Für Intermediates heißt es also die Zeit um Mid Tide abwarten.

 

Wer sich in Taghazout eingebucht hat, kann fußläufig den Spot Panoramas auschecken, dieser liegt windgeschützt und bietet an guten Tagen eine lange Rechte. Für Anfänger gibt es am benachbarten Strand verschiedene Peaks. Ebenfalls fußläufig zu erreichen, jedoch von Tamragh aus, liegen Devils Rock und Banana Point. Devils Rock bietet eine kurze Rechte und am Strand direkt daneben mehrere Peaks für Anfänger. Interessant für Intermediates ist Banana Point, der bei großen Swell nicht so steil ist wie die anderen Spots und auch für Anfänger gute Wellen an der Flussmündung anbietet.

 

Wer innerlich schon den Koffer packt, sollte seinen Neo nicht vergessen. Die Surfsaison ist von Mitte Oktober bis Mitte März und zu dieser Zeit liegen die Wassertemperaturen zwischen 16–19 Grad (3/2 Neo). Wenn es mal nichts zu holen gibt oder ihr etwas Pause braucht, könnt ihr einen der vielen Märkte (Souks) besuchen und die farbenfrohen Gewürzstände bestaunen. In der marokkanischen Kultur ist es gebräuchlich zu feilschen, also seid nicht scheu und versucht das beste Schnäppchen zu ergattern. Wer raus aus der Stadt und die Natur erkunden will, kann einen Trip in das grüne Flusstal von Paradise Valley machen oder zum Souk von Agadir.

Surfen außerhalb Taghazouts

Hier ein kurzer Abriss für die marokkanische Welt außerhalb der Gegend um Taghazout: Der Winter im Norden Marokkos ist kalt und bietet Beachbreaks, die häufig direkt dicht machen. Wer hier sein Glück sucht, findet es hinter Windgeschützen Flussmündungen wie an den Spots in Mehiy oder Drough in Rabat. Einige bekannte Beachbreaks findet ihr bei Mohamedia und um Sabletts und Casablanka findet man im Shorebreak Wellen entlang der Strandfront. Für alle Goofies im Land der Rechten ist Dar Bouazza the place to be.

 

Im südlichen Teil von Marokko findet ihr die westliche Sahara, die in der Regel perfekte Bedingungen für Kiteboarder bietet, welche man hier überall findet. Von einem Besuch des südlichen Teils von Marokko wird vom Auswärtigen Amt jedoch abgeraten.

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